Gekaufter Obstsaft ist von unterschiedlicher Qualität. Das große Problem ist, dass keiner so richtig weiß, wie das jeweilige hergestellt wurde. Die meisten Obstsäfte werden aus Fruchtsaftkonzentrat hergestellt. Der Zuckeranteil ist sehr hoch. Wer gute Qualität beim Obstsaft haben möchte, der stellt diesen selbst her.

Natürlich gibt es in unseren Breiten den Nachteil, dass viele klassische Früchte, die wir als Obstsaft mögen, nicht bei uns heimisch sind. Dies trifft insbesondere auf Orangen und Zitronen zu. Hier muss auf die Früchte zurückgegriffen werden, die es im Supermarkt zu kaufen gibt. Man sollte hier darauf achten, dass es sich um nicht gespritzte Früchte handelt. Wer indes einen eigenen Garten hat, der kann davon profitieren, dass fast das ganze Jahr über irgendeine Obstfrucht zum Ernten bereitsteht. Im Frühjahr sind es Himbeeren, im Herbst Äpfel.

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Das richtige Herstellungsverfahren

Um sich aus den zu Hause angebauten und geernteten Früchten einen guten Vorrat an Obstsaft anlegen zu können, bedarf es aber einigen Aufwands. Zunächst müssen die Früchte gepflückt, vom Blattwerk befreit und gewaschen werden. Faule oder anderweitig nicht schöne Früchte sollten dabei aussortiert werden. Anschließend müssen die Früchte durch den Entsafter. Dafür gibt es mehrere zur Auswahl stehende Geräte und Verfahren. Unterschieden werden hier Geräte für das Kaltentsaften und für das Dampfentsaften. Fürs Kaltentsaften gibt es eine Vielzahl an Geräten und Pressen, die im Handel angeboten werden. Ausgewählt werden sollte hier ein Gerät, das die Früchte schonend verarbeiten kann. Grundsätzlich sollten Geräte zum Kaltentsaften nur wenig Hitze erzeugen und ein langsam drehendes Mahlwerk haben. Die Geräte zum Dampfentsaften verfügen praktischerweise noch über eine Abfüllvorrichtung. Über diese kann der noch heiße Saft direkt in die Flaschen geleitet werden. Wer Obstsaft auf traditionelle Weise herstellen möchte, nimmt ein Tuch, in das er die zerkleinerten Früchte legt. Diese werden in einem Topf mit heißem Wasser erst weich gekocht und anschließend über das Tuch gefiltert.

Vorteile und Nachteile der Verfahren

Beim Kaltentsaften werden die vielen im Obst enthaltenen Vitamine und Enzyme nicht zerstört. Beim Dampfentsaften indes ist die Gefahr gegeben, dass nur ein Bruchteil der Vitamine und Enzyme letztlich im Obstsaft nur noch enthalten sind. Aus diesem Grund besteht die Kunst des Selbermachens von Obstsaft darin, dass auch in den extra dafür geeigneten Geräten nur ein mäßiges Erhitzen stattfindet. Das Obst sollte daher in diesen Geräten nur so kurz wie möglich erhitzt werden. Jedoch ist ein gewisser Grad beim Pasteurisieren zu verfehlen. Denn nur so werden Hefen, Bakterien und Schimmelpilze abgetötet. Selbstgemachten Obstsaft kann man sogar einfrieren. Hierfür eignen sich Dosen und Folienbeutel. Beim Einfrieren selbst kommt es auch zu einer Keimabtötung. Daher kann, wenn der Obstsaft eingefroren wird auf eine Dampfentsaftung verzichtet werden. Egal welches Verfahren gewählt wird: Selbstgemachter Obstsaft ist über mehrere Monate hinweg haltbar.